Simon Wiedemann

Hast du dich jemals überwältigt gefühlt von der Flut an Beziehungsratschlägen, die in Büchern, Magazinen, Blogs und TV-Talkshows angeboten werden? Obwohl sie zweifelsohne mit guter Absicht präsentiert werden, sind viele dieser Ratschläge furchtbar widersprüchlich. Ähnlich wie bei einem Abnehmprogramm, wird kein Versuch unternommen, Hypothesen durch Forschung zu untermauern, sondern die Ratschläge basieren auf persönlichen Meinungen und anekdotischen Beweisen.

Der vielleicht prominenteste Ratschlag ist, dass Kommunikation – und genauer gesagt, zu lernen, Konflikte zu lösen – das Geheimnis für Romantik und eine dauerhafte, glückliche Beziehung ist. Diese Vorstellung ist ein Mythos und es ist kaum das einzige Missverständnis da draußen. Mythen sind zerstörerisch für eine Beziehung, weil sie Paare auf den falschen Weg führen können, oder schlimmer noch, sie davon überzeugen, dass ihre Beziehung ein hoffnungsloser Fall ist.

Ich möchte die Fakten von der Fiktion trennen und Dr. Gottmans „Die sieben Geheimnisse der glücklichen Ehe“ nutzen, um die acht häufigsten Mythen über Beziehungen zu entlarven.

„Neurosen oder Persönlichkeitsprobleme ruinieren Ehen.“
Die Realität ist, dass wir alle Probleme haben, die wir nicht rational angehen. Der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung ist nicht, eine „normale“ Persönlichkeit zu haben, sondern jemanden zu finden, mit dem du zusammenpasst. Der Punkt ist, dass Neurosen eine Beziehung nicht ruinieren müssen. Was zählt, ist, wie du mit ihnen umgehst. Wenn du der seltsamen Seite des anderen mit Sorgfalt, Zuneigung und Respekt begegnen kannst, kann deine Beziehung gedeihen.

„Gemeinsame Interessen halten einen zusammen.“
Das kommt ganz darauf an, wie man sich bei den gemeinsamen Interessen verhält. Selbst in Disneyland, dem „glücklichsten Ort der Welt“, finden manche Paare einen Weg, sich zu streiten. Es ist klar, dass die gleichen Aktivitäten eine unglaublich starke Verbindung zwischen dir und deinem Partner schaffen können, aber diese Aktivitäten können auch eine Quelle von Spannungen sein, abhängig davon, wie ihr interagiert, während ihr eure gemeinsamen Interessen verfolgt.

„Du kratzt meinen Rücken und ich kratze deinen.“
Es scheint Sinn zu machen, dass Abmachungen getroffen werden sollten, um ein Gefühl der Fairness und des Gleichgewichts zu erhalten und dass in der Romantik ein Kuss auf einen Kuss und ein Lächeln auf ein Lächeln treffen sollte. Aber eigentlich ist es ein Zeichen für Ärger in der Ehe, wenn man sich darüber streitet, wer was für wen tut.

„Konfliktvermeidung wird deine Ehe ruinieren.“
Manche Paare gehen Konflikten aus dem Weg, manche streiten viel und andere reden über alles. Kein Stil ist der beste, solange der Stil für beide funktioniert. Einen Mittelweg zu finden, auf den ihr euch beide einigen könnt, kann es euch ermöglichen, Dinge zu besprechen, wenn ihr sie wirklich braucht, während ihr Auseinandersetzungen über jede Kleinigkeit vermeidet.

„Affären sind die Hauptursache für Scheidungen.“
Normalerweise ist es genau andersherum. Eheliche Probleme machen einen anfälliger für eine Affäre. Die Wahrheit ist, dass die meisten Affären nicht begonnen werden, um unerfülltes sexuelles Verlangen zu stillen, sondern um Freundschaft, Unterstützung, Aufmerksamkeit, Fürsorge, Sorge und Respekt außerhalb einer Beziehung zu finden, die sich in diesen Qualitäten mangelhaft anfühlt.

„Männer sind biologisch nicht für die Ehe geschaffen.“
Dies ist eine logische Konsequenz vom vorherigen Punkt, bei welchem man denkt, dass Männer schlecht für Monogamie geeignet sind. Laut der Soziologin Annette Lawson übertreffen Frauen die Männer in der Anzahl der außerehelichen Affären leicht, seit mehr Frauen im Berufsleben stehen. Es stellt sich heraus, dass Affären mit der Verfügbarkeit von potentiellen Partnern zu tun haben.

„Männer und Frauen sind von verschiedenen Planeten.“
Dieser Mythos berücksichtigt nicht, dass auch glücklich verheiratete heterosexuelle Paare von verschiedenen Planeten kommen.

Über den Autor

Simon ist unter anderem spezialisiert auf die Bewältigung von Untreue in Paarbeziehungen und hilft Menschen auf der Suche nach größerem Bewusstsein für ihre Ehe und der Liebe, welche sie täglich leben wollen. Simon arbeitet mit Menschen, um ihre schwierigen Beziehungen tiefgreifend und systematisch in vollständig emotional verbundene, authentische Partnerschaften zu verwandeln.

Simon ist ausgebildet in der Paartherapie nach der Gottman Methode, ist "Seven Principles for Making Marriage Work" Gottman Method Leader, und verfügt durch Weiterbildungen über das Wissen für die Behandlung von durch Sucht betroffene Paare, für die Behandlung von Affären und Traumata in Paarbeziehungen, und für emotionales Coaching von Kindern.

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